Der Geithainer Marktbrunnen
, während des Vereinsfestes im Juni 2002 endlich eingeweiht, erzählt zwei Geschichten. Die eine, für alle Augen sichtbar, ist die eines Konfliktes zwischen Leinewebern und Fleischhauern des Landfleckens um Wasserrechte. Während des Vereinsfestes im Juni 02 endlich eingeweiht, erzählt zwei Geschichten. Die eine, für alle Augen sichtbar, ist die eines Konfliktes zwischen Leinewebern und Fleischhauern des Landfleckens um Wasserrechte.

Als der in Leukersdorf nahe Chemnitz lebende Bildhauer Beier Mitte der achtziger Jahre über das Büro für architekturbezogene Kunst den Auftrag erhielt, einen Brunnen als neuen Mittelpunkt des Geithainer Marktensembles zu schaffen, vertiefte er sich in Archivbestände und stieß auf die Jahrhunderte zurückliegende Streitigkeit. Sie schien ihm bestens eeignet als Sujet für seinen Brunnen. "Ich fand es schön das man mir freie Hand ließ und sagte: Machen sie einen Vorschlag", blickt Beier auf die Anfänge zurück.

Die Entwürfe für den Brunnen und Modelle sorgten für Gesprächsstoff in der Stadt, ein Gedankenaustausch der Beier wichtig war, "Die Menschen müssen den Brunnen ja auch annehmen, ich mache ihn ja für sie", sagt er. Doch letztlich haperte es damit, auch geschuldet den Wirren, die die "Wende" mit sich brachte.

Die Thalheimer Firma Lämmel hatte Beiers Brunnen in Naturstein ausgeführt, das Kunstwerk war in Mark der DDR bezahlt - aufgestellt wurde das Wasserspiel indes nicht. Lange Zeit fristeten die Teile des Beckens im Stadtpark ihr Dasein, waren die Brunnen- figuren in einer Scheune eingelagert. "Wenn es diese Bürgerinitiative unter Leitung von Gunter Neuhaus nicht gegeben hätte, der Brunnen stünde noch immer nicht an seinen Platz", ist Volker Beier sicher.

Mit der lebensprallen Plastik eines Fleischermeisters, deren Protagonist Beier beim Blick aus dem Atelierfenster vor Augen hatte, wenn der in sein Schlachthaus schlurfte. Diese Lebenigkeit, volkstümliche Derb- und Direktheit, der Witz, den diese Figur verinnerlicht, zieht sich durch viele bildhauerische Arbeiten des Künstlers. Dieser erfrischende, bodenständige Blickwinkel machte für Beier auch den Leineweber-Krieg als Brunnenmotiv für Geithain interessant, gab den Figuren ihre Austrahlung


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