Dr.Gottfried Senf Foto privat2019Paul-Guenther-Schule als Angelpunkt seines Lebens
Geithainer Lehrer und Chronist Dr. Gottfried Senf im Alter von 86 Jahren gestorben / Sternstunde: Brückenbau zur Stifter-Enkelin
Lehrer sein und ein Chronist seiner Zeit: Der Geithainer Dr. Gottfried Senf verkörperte beides, Generationen von Heranwachsenden begleitete er als Mathematik- und Physiklehrer erst in Kohren-Sahlis, Jahrzehnte in Geithain, später in Colditz.
Zahlreich sind die Bücher zu heimatgeschichtlichen Themen, die er als Rentner schrieb. Unschätzbar sein Engagement für die Paul-Guenther-Schule und die Wiederbelebung der Kontakte zu Nachfahren des Schulstifters. Im Alter von 86 Jahren ist er am 31. August 2022  gestorben.
Geodät, Landvermesser also, wollte der am 15. Mai 1936 in Tautenhain Geborene und Aufgewachsene ursprünglich werden. Einer, der die Welt erfasst, der zum Kern der Dinge vordringen will, der sich einmischt. Der andere zu gewinnen versteht, ihm auf diesen Weg zu begleiten.
Bis zuletzt war Gottfried Senf ein hellwacher Geist, der genau verfolgte, was sich tut in seiner Heimatstadt Geithain, in seiner Paul-Guenther-Schule, in der Welt. Dass im Zuge der Dachsanierung die metallene Kuppel der Sternwarte vom Schulturm geholt werden soll, beschäftigte ihn, der auch Astronomielehrer war, sehr. Mehr noch der 100. Jahrestag der Weihe „seiner“ Schule 2025, die er längst im Blick hatte. 
Intensiv setzte er sich dafür ein, dass der herzliche Kontakt zu Virginia Vanderbilt nach aufwendigen und abenteuerlichen Recherchen in den Neunzigerjahren geknüpft werden konnte und nicht wieder abriss. Die in London Lebende ist die 99 Jahre alte Enkelin des Schulstifters Guenther.  Er war ein Geithainer Unternehmer, der in die USA ausgewandert und dort sehr erfolgreich gewesen war. Er hatte nicht nur Geld für den Bau einer Schule in seiner alten Heimatstadt gegeben, sondern auch eine Stiftung gegründet, die selbst über die DDR hinweg bis heute die Einrichtung fördert. „Herr Senf war unser Verbindungsmitglied zu Frau Vanderbilt“, sagte der Geithainer Oberbürgermeister Frank Rudolph (UWG). „Er hat großen Anteil daran, dass sie unserer Stadt für die Schule großzügige Spenden zur Verfügung stellt und ein hochwertiges Aktienpaket übereignete.“
Gottfried Senf, Mitglied auch des Fördervereins der Paul-Guenther-Schule, äußerte in einem LVZ-Beitrag im vergangenen Jahr: „Erst nach mehr als 60 Jahren erfuhrt Frau Vanderbilt, die 1995 erstmals in unsere Stadt kam, auf welch großzügige Weise ihr Großvater den Schulbau in Geithain und den Schulbetrieb unterstützte. Das hat sie sehr berührt.“
Senf, Sohn eines Eisenbahners, nutzte ab 1954 die Chance, Pädagogik zu studieren. Er gehörte zu den ersten Lehrern der Nachkriegsgeneration, die an der Hochschule ausgebildet wurden. Das war ihm Berufung: „Ich bin glücklich, sagen zu können: Einen anderen Beruf kann ich mir für mich gar nicht vorstellen.“
Nach der politischen Wende war er im Kreis Geithain Dezernent für Bildung, Jugend und Sport. Dann wechselte er in das Oberschulamt nach Chemnitz. Schließlich aber kehrte er in den Beruf zurück an das staatliche Gymnasium Penig – bis zur Rente 1999.
Die Verbundenheit mit seiner Herkunft spiegelte sich in seinem Tautenhainer Dorfbuch wider. In seinen zahlreichen Publikationen befasste er sich mit der Geithainer Chronik und mit der Schulgeschichte. Regelmäßig schrieb er für die Schriftenreihe „Vom Turm geschaut“, herausgegeben vom Geithainer Heimatverein, dessen Gründungsmitglied und zeitweiliger Vorsitzender er war.
Er war Autor für die LVZ-Heimatseiten und der Zeitung ein immer aufgeschlossener Partner, wenn es um Heimatgeschichtliches ging. Sein jüngstes Thema: der Maler Conrad Felixmüller und die Spuren, die sich im Jahr des 125. Geburtstages des Künstlers in Tautenhain, Geithain und der Region finden.
Stadtverwaltung Geithain / LVZ Herr Schulreich

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