Geithainer Stadttor mit Torhaus KaltnadelradierungAnna Maria Richter1982 {Play}Geithainer Heimatverein feiert 30-jähriges Bestehen mit einem Konzert in der Nikolaikirche
{Play}Die ernsthafte Beschäftigung mit der Geschichte Geithains reicht bis in die 1970er Jahre zurück und erfolgte zunächst unter dem Dach des DDR-Kulturbundes. Nachdem sich der Kulturbund Geithain Anfang 1990 aufgelöst hatte, fanden sich am 9. Mai die ehemaligen Mitglieder der Fachgruppe Stadtgeschichte sowie eine große Zahl weiterer Interessenten zusammen und gründeten den Geithainer Heimatverein.u Zu den Gründungsmitgliedern gehörten u.a. Dr. Thomas Arnold, Rudolf Beßert, Paul Beyer, Heinz Börner, Horst Clauß, Joachim Hahn, Annelie Hinkelmann, Hildegard Höhle, Hubert Jacobs, Dorothea Neubert, Ralf Niemann, Karlheinz Oertelt, Werner Pechstein, Dr. Gottfried Senf, Gertraud Thiemann und Gisela Zimmerman. Das Ziel der Mitglieder war von Beginn an die Heimatpflege und die Förderung der Heimatverbundenheit der Einwohner Geithains und der umliegenden Orte. Wichtigste Aufgabe ist die Heimatforschung und deren Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie die Pflege des Brauchtums. Im Ergebnis dieser Arbeit konnten seither unter Mitwirkung vieler Mitglieder und Gastautoren, ohne jetzt im Einzelnen ihre Namen zu nennen, unter anderem drei Chroniken von den Anfängen bis zum Jahr 2000 und danach jeweils eine Jahreschronik veröffentlicht werden. Einer der Schwerpunkte war immer die Schulgeschichte, hier insbesondere die Würdigung des Schulstifters Paul Guenther. Ein weiterer die Erforschung der Hintergründe zur Ermordung des Geithainer Arbeiters Eberhard von Cancrin beim Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 und die Einweihung eines Gedenksteins für ihn und alle Opfer stalinistischer Gewaltherrschaft.
Neben den monatlichen Vorträgen zu bestimmten Themen kam aber auch das Gemeinschaftsleben nicht zu kurz und jährlich führten wir zwei Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung von Geithain zu historisch wertvollen Gedenkstätten, Museen und Kulturlandschaften durch, zu denen wir immer auch viele Nichtmitglieder begrüßen konnten.
Seit Gründung des Vereins gaben wir bisher 17 Hefte der Reihe „Vom Turm geschaut“ heraus, die jeweils auf großes Interesse stießen. In den letzten Heften legten wir mitunter den Fokus auf Schwerpunktthemen, wie die Frühgeschichte Geithains, die Reformation im 16. Jahrhundert, die Friedliche Revolution 1989/1990 und zuletzt „Alte Geithainer Stadtansichten“. Besonders im neuen Heft 18, das am 13. Oktober 2021, 19 Uhr von Bernd Richter in der Stadtbibliothek vorgestellt wird, sowie bei der Verlegung von Stolpersteinen 2019/2020 für von den Nazis ermordete Geithainer Euthanasie-Opfer konnten Jugendliche in die Forschungsarbeit eingebunden werden, sodass wir damit die Hoffnung verbinden, dass auch in Zukunft unsere wichtigen Anliegen fortgeführt werden.
Am 3. Oktober 1992 wurde das restaurierte Torhaus von Bürgermeister Dr. Eberhard Freiberg dem Geithainer Heimatverein zur Nutzung übergeben. Seither war es möglich, ein umfangreiches Archiv mit wichtigen Materialien zur Heimatgeschichte aufzubauen.
 
Heimatverein Trachtengruppe 1997 zur900Jahrfeier Partnergemeinde Veitshöchheim1994 gründete Hildegard Höhle die Trachtengruppe. Deren Mitglieder präsentierten sich in selbstgeschneiderten Trachten bei den Geithainer Vereins- und Stadtfesten, oftmals beim Tag der Sachsen, beim Besuch von Ministerpräsident Prof. Kurt Biedenkopf zum 2. Sächsischen Erntedankfest 1999 und auch in der Partnergemeinde Veitshöchheim. Sie vertraten damit würdig unsere Heimatstadt. Ein besonderer Höhepunkt war 2011 die Teilnahme an der 825-Jahrfeier Geithains.
 
Die Fachgruppe Numismatik unter Leitung von Dr. Thomas Arnold existierte bereits vor 1990; ihre Mitglieder treffen sich auch heute noch monatlich, um ihre Forschungsergebnisse auszutauschen.
Corona-bedingt musste die 30-Jahrfeier am 9. Mai im vergangenen Jahr leider abgesagt und auf 2021 verschoben werden. Diese Feier holen wir am Sonnabend, dem 9. Oktober 2021 nach. Sie beginnt um 14.30 Uhr im Luthersaal des Pfarrhauses in der Leipziger Straße. Der Vorsitzende wird einen ausführlichen Rückblick auf „30 Jahre Geithainer Heimatverein“ geben.
Als Höhepunkt dieser Festlichkeit begeben wir uns dann um 16 Uhr in die Nikolaikirche zu einem besonderen Orgelkonzert. Kantor Janko Bellmann an der Orgel wird dabei unterstützt von Klaus Grünberger, Geige und Alexander Fritzsche, Trompete. Es erklingen Werke verschiedener Zeitepochen. Alle Geithainer und interessierte Gäste, die mit uns gemeinsam feiern möchten, sind dazu herzlich eingeladen. Das Konzert ist kostenfrei, am Ausgang wird um eine Kollekte gebeten. Bitte beachten Sie die aktuellen gültigen Hygienebedingungen und bringen Sie Ihren Mund-Nasen-Schutz mit.
Interessierte, die auch an den bereits um 14.30 Uhr beginnenden Feierlichkeiten und an den weiteren, nach dem Konzert noch stattfindenden teilnehmen möchten, bitten wir, sich unter der Telefonnummer 034341/42603 oder der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu melden.
Bernd Richter
Vorsitzender des Geithainer Heimatvereins e.V.