Bezirksliga Aufstieg Juni1971Archiv Pfitzner {Play}ein Dokument der besonderen Art
2008 erschien im „Geithain Journal III“ der Beitrag „Kleine Geschichte des Geithainer Sports“. Es war ein Übersichtsartikel und sollte  anregen zu weiterer Sammlung von Berichten und Erinnerungen zu einst in Geithain sehr populären Sportarten wie Turnen, Boxen, Faustball und natürlich Fußball. Wolfgang Irmert machte mit seinen acht anschaulichen Geschichten zum Alltag der Geithainer Fußballer in den Jahren 1945 bis 1960 den Anfang. 3Geithainer Fußballidole HeinzKrelke UwePfitzner HenningFrenzel2014Archiv PfitznerDiese Texte von 2008 wurden vor einigen Wochen wieder aktuell, als der Geithainer Heimatverein überraschend eine Zusendung aus dem Nachlass des ehemaligen Geithainer Fußballers Werner Gutsch erhielt. Es waren nicht nur die acht damals in Geithain Journal III veröffentlichten Geschichten, sondern die vollständige, sogar illustrierte,  Geschichtensammlung Wolfgang Irmerts. Gespräche mit ehemaligen Geithainer Fußballern ergaben, dass Uwe Pfitzner, kürzlich 80 Jahre alt geworden, seit seiner Kindheit an einer umfangreichen Chronik des Geithainer Fußballs von 1950 bis in die jüngsten Jahre arbeitet. Ein dicker Ordner, chronologisch geordnet, ist gefüllt mit Spielberichten, Spieler- und Trainerausweisen, Tabellen, Zeitungsartikeln und zahllosen Bilddokumenten. Die Bilder sind alle mit aktuellen Bildunterschriften versehen und erleichtern damit die Zuordnung. Schon beim ersten Durchblättern spürt der Leser, welche große Popularität die Geithainer Fußballer über viele Jahre genossen. Je nach Spielniveau und Gegner waren bis zu 3500 Zuschauer – z.B. beim Spiel 1986 anlässlich der 800-Jahrfeier der Stadt: die ehemalige Bezirksligamannschaft von Motor Geithain gegen eine Auswahlmannschaft ehemaliger DDR-Nationalspieler, Ergebnis 2:6 - auf dem Platz unterhalb der Stadtmauer! Spielernamen wie Grünewald, Gräfe, Irmert, Kerat, Klisch, Krelke, Risse, Trommer, Wollschläger und Veit belegen, dass in mindestens zwei Generationen der Familien bekannte Geithainer Fußballer waren. Und Namen wie Frenzel, Schäfer, Hammer zeigen, dass Geithainer Fußballer auch von  außerhalb begehrt waren. Diese drei schafften es bis zur DDR-Oberliga. „Pfitze“ – wie er bei den Geithainern hieß -  spielte bei Stahl Lippendorf und war Trainer in Neukieritzsch und Rochlitz.
Der Rahmen dieses Beitrages erlaubt keine ausführliche Beschreibung der Chronik. Es wäre aber unverzeihlich, wenn das Gesamtwerk nicht für die Nachwelt gesichert aufbewahrt würde. Wenn nicht in der Familie, dann im Archiv der Stadt oder des Heimatvereins. Das Heimatmuseum gestaltete  in der Vergangenheit interessante Wechselausstellungen zu Spezialthemen der Geithainer Stadtgeschichte. Die Chronik von Uwe Pfitzner würde genügend Bild- und Textmaterial für eine solche Ausstellung liefern. Die damalige Popularität wäre eine Garantie für zahlreiche Besucher der Ausstellung.   
Bild 1 zeigt die Mannschaft, welche erstmals in der Geithainer Fußballgeschichte den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft hatte. Das entscheidende Spiel fand im Juni 1971 statt. Es war die legendäre „Schlammschlacht“ gegen Groitzsch, die vor 2000 Zuschauern mit 2:0 für Geithain endete. Das Geithainer Stadion war durch die Lage zur Eula nach Regentagen oft nur schwer bespielbar. Der Spielbericht von Fred Stopp - Geithainer Lehrer und Fußballfan, Mitglied im Kreisfachausschuss Fußball - zu diesem Spiel fehlt natürlich in der Chronik nicht!
Bild 2 wurde 2014 im Geithainer Stadion anlässlich eines Punktspiels aufgenommen. Die drei Geithainer Fußballidole Heinz Krelke, Uwe Pfitzner und Henning Frenzel  – hier nun als Zuschauer!
 

Geithain im 20. Jahrhundert

von Dr. Gottfried Senf

Das 20. Jahrhundert mit seinen Zäsuren 1918, 1933, 1945 und 1989/90 ist in Familiengesprächen weitaus präsenter als weit in der Stadtvergangenheit zurückliegende Themen. Seit Februar 2019 erscheinen in loser Folge auf der Homepage und im Amtsblatt Beiträge zur Geithainer Zeitgeschichte. Hinweise, Ergänzungen oder Fragen zu den Quellen bitte über E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!