FeuerwehrDamit auch künftig die Feuerwehr ausrücken kann
Viele einstige Geithainer Jugendfeuerwehrleute sind inzwischen bei den „Großen“ aktiv.
Gespannt schauen die derzeit 15 Jugendfeuerwehrmitglieder bei ihrem jüngsten Treff am Donnerstagnachmittag, wie sich der Sprungretter langsam mit Luft füllt. Selbst von der hohen Feuerwehrleiter aus können sie das. „Wie solch ein Gerät im Ernstfall schnell eingesetzt werden kann und was dafür zu tun ist, lernen sie heute“, beschreibt Steffen Pechstein den Inhalt dieses „Dienstes“ der vier Mädchen und elf Jungen an diesem Tag.
Herr Pechstein ist praktisch mit der Geithainer Jugendfeuerwehr verheiratet. Im nächsten Jahr steht gewissermaßen eine „Silberhochzeit“ ins Haus, denn als die Nachwuchsgruppe künftiger Feuerwehrleute im Frühjahr 1993 gegründet wurde, übernahm er das Zepter - und hält es bis heute.
Gut ein Dutzend der derzeit 44 aktiven Feuerwehrleute der Geithainer Wehr gingen dabei in all diesen Jahren durch die Hände des Jugendwarts, der derzeit von den Kameraden Karsten Zeising und Nico Schirmer unterstützt wird. „Das ist ja das Wichtigste: Wir brauchen Nachwuchs, um die Einsatzbereitschaft unserer Wehr auch in Zukunft sichern zu können“, begründet er.
Er versucht mit seinen Helfern deshalb, aller 14 Tage immer für interessante und abwechslungsreiche „Dienstnachmittage“ zu sorgen.
An denen lernen seine Schützlinge möglichst alle technischen Geräte und Fertigkeiten kennen und teilweise beherrschen, die ein richtiger Feuerwehrmann im Ernstfall braucht. Das scheint dem Betreuerteam gut zu gelingen.
„Ich mache hier schon seit der 3. Klasse, also seit sieben Jahren, mit. Es macht großen Spaß und ich freue mich darauf, dass ich im nächsten Jahr in die richtige Wehr aufgenommen werden kann“, so Lucas Saupe (15), einer der „alten Hasen“.
Er weckte auch bei Schwester Sina (13) das Interesse. Die mischt seit vier Jahren aktiv mit.
„Das ist eine sehr sinnvolle Freizeitbeschäftigung und wir sind eine dufte Truppe“, fühlt auch sie sich wohl. Zumal sie noch drei andere Mädchen an ihrer Seite weiß.
Die kleinste und jüngste ist Carolin Schirmer, die trotz ihres 11. Geburtstags auch am besagten Donnerstag nicht fehlte.
Die beiden neunjährigen Aaron Fischer und Benny Hilbert dagegen sind gerade dabei mal zu schnuppern, ob das Mitmachen etwas für sie wäre.
„Mein Vati ist bei der Freiwilligen Feuerwehr und erzählte mir, dass Nachwuchs gebraucht wird, um auch in ein paar Jahren noch anderen bei Feuer oder Unfällen helfen zu können“, beschreibt Letzterer seine Gründe.
Kein Wunder, dass man bei den „Diensten“ fast stets eine hundertprozentige Teilnahme erreicht.
Neben den ernsten Dingen gehören natürlich auch gemeinsame Unternehmungen zur Nachwuchsarbeit. „Ob es Fahrradtouren, Besuche bei der Flughafenfeuerwehr in Leipzig oder Bowlingwettkämpfe sind“, benennt Zeising Beispiele. Und natürlich starten die Geithainer auch zu Nachwuchswettbewerben im Feuerwehrkampfsport. Bisher landeten sie stets im Mittelfeld. Aber schon das Üben auf dem Geithainer Sportplatz oder der Wettkampfbahn in Narsdorf sorgt für wahren Feuereifer.
„Leider fiel in diesem Jahr das Kräftemessen zwischen Jugendfeuerwehren im Kreismaßstab aus. Wir hoffen, dass dies 2018 unbedingt wieder in den Jahreskalender aufgenommen wird“, so Pechstein.
Denn auch das sei ein Mosaiksteinchen, um Kinder und junge Leute für diese Aufgaben zu begeistern und sie bei der Stange zu halten bis sie „richtige“ Feuerwehrleute sind, auf die alle Bürger im Ernstfall bauen können.
 
Th. Lang